Unverhofft kommt oft: Drei Tage Tarnschlucht

In Millau hatte ich kaum mehr daran geglaubt klettern zu können, da uns die Wetterfee nicht gerade hold war. Trotzdem beschlossen wir in die viel gelobte Tarnschlucht zu fahren, um mal zu sehen ob nicht doch ein bisschen was erkletterbar sei. Kletterführer kaufte ich natürlich wieder keinen, glaubte ich doch eh nicht an feine Tage. 

 

Unverhofft kam oft. Am ersten Abend kamen wir relativ spät, liefen aber noch hoch zum Pointe Sublime und wurden von einem Gänsegeierpärchen begrüßt. Wir nächtigten auf einem Parkplatz direkt unter dem "Grand Toit" und kletterten am nächsten Tag dann auch einiges im Sektor "Foetus". Perfekt für uns beide, da jeder auf seine Kosten kam. Die Routen waren wunderbar natürlich und keineswegs abgespeckt wie man es in allen anderen bekannten Gebieten kennt. Am Nachmittag radelten wir noch in den kleinen Ort La Malene, kauften Baguette und erkundeten die Straße in fotografierfreudigerer Form als mit dem Auto. Bemerkenswert sind die Farmen auf der anderen Seite der Schlucht zu welchen weder ein sichtbarer  Fahrweg noch eine Brücke führt. Einen Seilzug konnten wir entdecken und spekulierten schon, ob wir diesen mit dem Klettergurt testen konnten.

Der nächste Tag war ebenso wettertechnisch durchwachsen, aber trotz der kurzen Regenschauer blieb der Felsen im Sektor "De Que Fas Aqui" trocken genug und der Wind sorgte für ausreichend Grip - eigentlich perfekte Bedingungen. Die Routen waren schon etwas anspruchsvoller, teilweise nur Ein bzw. Zweifingerlöcher und ziemlich technische Passagen (und das nur auf der ersten Seillänge, der Rest war dann den Profis vorbehalten). An unserem letzten Tag in der Tarn wurden wir nochmals mit Sonne für das Vertrauen belohnt. Wir erkundeten einen weiteren Sektor (Figues au Cul) und zum Ende hin fand ich noch eine Traum 6a, 37 m: Piazzen, Stemmen, traumhafte Schuppen. Danach joggten wir nochmal zum Pointe Sublime und wurden wieder von den Geiern verabschiedet. Das Gewitter, das aufzog, bestätigte uns die Abreise - aber zurück komme ich auf jeden Fall. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0