Multisport Osterabenteuer

Torbole - Latsch - Pitztal

Was macht man an Ostern, wenn es stürmt und schneit? In den Süden fliehen. Doch auch das ist leichter gesagt als getan. Begonnen hat die Misere schon in der Woche vor Ostern, als das Sturmtief Niklas über Deutschland und besonders hier auch Südbayern hinwegzog. Ganz München und Umgebung war gebannt, die S-Bahnen und Züge wurden eingestellt und meine Kollegen und ich saßen in München fest - Homeoffice. Nach Kempten schaffte ich es gerade so mit dem Zug udn am Gründonnerstag machten wir uns dann auf den Weg. Samt Wohnwagen durchs Schneegestöber über den Fernpass - erst um Mitternacht um den Osterverkehr zu umgehen.

 

Der Freitag am Gardasee war eine Wucht - kurze Hosen Wetter. Und die ganzen Deutschen im Klettergebiet. Davon ließen wir uns aber nicht die Laune verderben und strampelten anstatt zu kraxeln mit den Mountainbikes hoch Richtung Monte Baldo. Es gibt am Gardasee zwar keine tollen Trails, dafür aber eine feine Aussicht und richtiges Sommerfeeling. Eben jenes Sommerfeeling war am nächsten Tag zwar wie weggeblasen (Klettern in Daunenjacke), aber dafür hab ich Holger ein süßes, etwas abgelegenes Klettergebiet gezeigt - das Val Lomasone. Versteckt in den Judikarien hat man erstens beim Hinfahren schon eine ganze Sightseeing-Tour und zweitens ist es auch nicht so überlaufen wie Nago oder Belvedere.

Abends gab es dann noch ein Genuss-Bier direkt am See.


Der Plan für Sonntag war noch einmal klettern zu gehen und wir suchten im Kletterführer ein Gebiet oberhalb von Rovereto aus. Als wir uns mit Sack und Pack auf den Weg machten und durch Rovereto fuhren, kam uns alles gefährlich bekannt vor. Kurz vor der Weggabelung fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Das Klettergebiet lag am gleichen Weg, den wir ein Jahr zuvor zu den 52 galerias eingeschlugen hatten - einer engen Passstraße ohne wirkliche Parkmöglichkeiten. Schnell war der Entschluss gefasst, dann doch lieber nach Latsch zum Radeln. Und wie immer hatten wir eine gute Wahl getroffen - der Rotbrunntrail ist und bleibt unser Favourite. Nach dem Radfahren blieben uns noch zwei Stunden Tageslicht und wir entdeckten den Kiefernhain in Prad. Mit den letzten Sonnenstrahlen spazierten wir durch den lichten Wald und fingen die frühlingshafte Stimmung ein.


Den letzten Abend verbrachten wir im Pitztal, unserem Lieblings-forfree-Campingplatz. Am Ostermontag schaffte Holger noch den Sturz der Saison - gott sei Dank ohne ernste Verletzungen. Wir nutzen jedes bisschen Powder, das wir finden konnten und dabei erwischte er einen Stein und überschlug sich gekonnt. Mein Schreck war größer als seiner, doch dann war die Luft raus und wir genehmigten uns lieber noch Kaffee und Strudel.


Großartig war es auch, dass wir den ganzen Osterurlaub über nie im Stau standen, auf dem Rückweg vom Pitztal waren wir auch früher dran als alle anderen und der Fernpass lag frei vor uns :)


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