Unterwegs in den Schweizer Bergen

Überschreitung/ Gratwanderung über die Silberplattenchöpfe; sehr luftige Kraxeltour mit alpinem Ambiente

Tour

Vom Parkplatz an der Schwägalp führt angeblich ein Weg hoch in den Stossstatel. Von dort Einstieg in die Tour und zum ersten "Kopf"

 

Details

Kletterstellen bis 3  und T6 Stellen, Überschreitung von 6 Köpfen (Kopf 1-3 brüchig und kaum Sicherungsmöglichkeiten; Kopf 4- 6 griffiger und mehr zu klettern, viele Sicherungsmöglichkeiten vorhanden)

Ein Topo findet ihr hier.

 

Mit dabei

Halbseil 70 m, Wanderschuhe oder Zustiegsschuhe, Alpinausrüstung zum Selber Absichern, Material zu Abseilstand bauen



Letztes Wochenende hatte ich endlich mal so richtig frei und schon lange vereinbart gehabt, Josi in der Schweiz zu besuchen. Geplant hatten wir eigentlich das ganze Wochenende in den Bergen zu verbringen, auf einer Hütte zu übernachten und eine Hochtour zu machen. Auf Grund der unsicheren Wetterlage entschieden wir uns aber spontan um und machten uns Samstag früh auf den Weg Richtung Alpstein/ Säntis. Josi hatte eine Gradwanderung bzw. Überschreitung der Silberplattenchöpfe im malerischen Heidiland ausgesucht. Bereits der Zustieg war abenteuerlich, war von dem eingezeichneten Pfad nämlich nichts zu erkennen und wir stiegen querfeldein über steile Grashänge und Geröllfelder hoch Richtung Stoßsattel. Vom Sattel aus hatte man einen schönen Blick auf den Säntis und auch den Grat der vor uns lag. Wir vesperten kurz und waren guter Dinge, dass das Wetter aushalten würde - der Grat schien auch nicht so lange zu sein. Josi hatte im Internet gelesen, dass die ersten drei Köpfe kaum begangen seien und die meisten Kraxler erst von Kopf IV einsteigen. Kurz darauf wussten wir auch warum, als wir den engen, gerölligen und brüchigen Kamin zum ersten Kopf hinauf kletterten. Das Spannenste für mich an Gratwanderungen ist noch immer die Wegfindung. Hier am Einstieg schien die logischte Variante der Kamin zu sein, aber ganz sicher weiß man das nie - gibt es schließlich weder Markierungen noch Absicherungen. Die nächsten beiden Köpfe erwiesen sich als ebenso brüchig und teilweise auch sehr grasig. Ein bisschen ein mulmiges Gefühl hat man schon. Wir sind zwar am Seil gegangen, aber es gab kaum Möglichkeiten abzusichern und so kraxelten wir bergauf und ab - bei jedem Schritt bedacht darauf ihn ordentlich zu setzen.


Ab dem IV. Turm war der Fels dann kompakter und es gab viel mehr richtige Kletterstellen im II.-II. Grad. Josi hörte man immer lachen und jauchzen vor Freude, als sie hinter Michi herkletterte. Zwei Mal mussten wir uns auch noch abseilen und am Ende 70 Meter in schöner Kletterei auf den tatsächlichen Gipfel klettern. Eigentlich alles ja recht einfach - aber in Bergschuhen, ohne richtige Absicherung und mit ganz schön viel Luft unterm Hintern dann doch abenteuerlich.

Das Wetter hat auch fein gehalten, erst als wir nach fast 11 Stunden wieder zurück am Auto unser Material sortierten, begann es zu tröpfeln. Was für ein feiner Bergtag!



Tag 2 verbrachten wir dann auf Grund der schlechten Wettervorhersage in der City. Geregnet hats dann zwar erst am Abend, aber bereut habe ich den Tag trotzdem nicht. Feines Frühstück, Spaziergang hoch auf den Üttliberg, Baden in der Limnat, Radeln durch die Stadt und Frozen Yoghurt in der Altstadt - auch mal fein :)

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