König Dachstein

Einfache Hochtour über einen nicht sehr spaltenreichen Gletscher. Mit Überschreitung des Dachsteins und Abstieg über Hallstättergletscher sehr lange UND Autostoppen in Hallstadt um 20 Uhr schwierig.

Tour

Vorderer Gosausee zur Adamekhütte; Gosaugletscher - Dachstein Gipfel - Hallstättergletscher - Wiesberghaus - Hallstatt

 

Details

Den ersten teil findet ihr hier. Dann sind wir wieder ganz oldschool unserer Wanderkarte und den Schildern gefolgt.

 

Mit dabei

Bergschuhe, Gletscherausrüstung


Heimaturlaub - 35° C und Sonnenschein. Schöner kann man es sich ja nicht vorstellen. Und das noch dazu im Salzkammergut, umzingelt von Seen. Für den Bergsportler ansich dann aber doch ein bisschen zu heiß. Außer man findet ein Ziel in luftiger Höhe. Der beständige Wetterbericht sprach immer nur von Wärmegewittern am Abend und so beschlossen wir den Dachstein in Angriff zu nehmen. Letzte Woche hatten wir uns noch mit Gletscherausrüstung eingedeckt und am Sonntag Abend dann Spaltenbergung im Bach neben unserem Haus geübt (und gleichzeitig beschlossen, dass definitiv keiner von uns in eine Spalte fallen darf).

Die Rucksäcke waren voll bepackt, und am Marsch vom Vorderen zum Hinteren Gosausee versuchten wir die Last ordentlich am Rücken zu verteilen. Mit dem Ergebnis, dass es unmöglich war den Rucksack richtig bequem zu tragen - gefühlte 15 Kilo am Rücken sind einfach zu viel. Der Aufstieg zur Adamekhütte war landschaftlich wirklich wunderbar, vorbei an Almrosen und mit Tiefblicken zurück zu den Seen näherten wir uns der Baumgrenze und damit dem Reich der Steine und Gletscher. Die Hütte konnte sich sehen lassen, sogar mit (kalter) Dusche und Wasser direkt aus dem Speicher im Fels. Leider gabs keinen netten Hüttenwirt, aber für eine Nacht auf jeden Fall in Ordnung. Der Sonnenuntergang war der Hammer, blutrot verschwand die Sonne, beleuchtete die Bischofsmütze und den Gosaukamm. 

Am nächsten Tag starteten wir gemütlich, überquerten den Gosaugletscher und kraxelten den Südwestgrat hoch zum großen Gipfelkreuz. Auf unserer Seite des Gipfels und auf dem Gletscher waren kaum Menschen zu sehen. Auf der anderen Seite jedoch fühlte man sich wie inmitten eines Wochenmarkts mit einem Haufen Marktschreier. Weg war die Ruhe des Berges und das besinnliche Gefühl einen tollen Gipfel und 2000 hm aus eigener Kraft geschafft zu haben. Vom Hallstättergletscher bzw. der Hunerkogelbahn aus zog sich eine Ameisenstraße quer über den Schnee - bestehenden aus motivierten Alltagsalpinisten auf dem Weg zu ihrem großen Gipfelerfolg. Ohne jegliche Ausrüstung und ohne je zuvor vom Begriff Spaltenbergung gehört zu haben.

Wir genossen kurz die Aussicht vom Gipfel und beratschlagten den besten Weg nach unten. Da nicht nur ich, sondern mittlerweile auch Holger ein großer Fan von Rundtouren ist, beschlossen wir den Abstieg über Randkluftsteig - Hallstättergletscher - Simonyhütte - Wiesberghaus und schließlich das Echerntal nach Hallstatt zu nehmen. Zurück am Gletscher und auf dem Weg zur Simonyhütte waren wir froh das Gewusel hinter uns zu lassen und hatten die Berge und Spalten ganz für uns. Der Gletscher war noch größtenteils mit Schnee bedeckt, über ein paar wenige, sichtbare Risse konnten wir problemlos steigen. Nachdem wir den Gletscher verlassen hatten, pausierten wir erst einmal ausgiebig um uns dann auf den Weg zurück ins Grüne zu machen. Ab der Simonyhütte öffnete sich vor uns das Plateau und wir waren zurück in den Latschen und Almrosen. Endlich am Wiesberghaus angelangt und hier bereits mit müden Beinen, gabs noch was Kaltes zu trinken. Der Weg hinunter Richtung Hallstatt war "a richtiger Hatscher", die schönsten Momente waren die Bergschuhe gegen Salomons zu tauschen (ein Gefühl wie barfuss im Wald) und der Augenblick als wir im Tal eine Quelle entdeckten.

Nach 12 Stunden Marsch waren wir um 20 Uhr in Hallstatt angelangt und mit sehr, sehr viel Glück rettete uns ein Münchner Höhlenforscher und nahm sogar einen Umweg in Kauf um uns zu unserem Auto an den Gosausee zu bringen.

Wenn man ihn ordentlich anpackt, dann hat er es schon insich, der König Dachstein.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0