Südfrüchte und leere Straßen

Ende September haben wir uns aufgemacht gen Süden um Freunde im Ferienhaus zu besuchen. Los gings recht spät Abends und bei der Ausfahrt Brixen meinte Holger auf einmal: Wie wärs mit Bikefestival. Fast ein bisschen ruckartig riss ich das Steuer rum um die Ausfahrt zu erwischen. Zum ersten Mal haben wir im Bus geschlafen, auch wenn er nicht ausgebaut war - dank IKEA Fensterrollos fühlte es sich ganz heimelig an auf der Luftmatraze. In Brixen spazierten wir erstmal nach dem zweiten Espresso (als Ziel muss man sich mindestens fünf setzen) zu Liteville um festzustellen, dass wir kurz darauf mit ner feinen kleinen Runde zum radeln losziehen würden. So verbrachten wir den ganzen Tag mit Radfahren und ganz viel Espresso und langen Pausen mit Aussicht. Und Eis. Erst am späten Nachmittag zogen wir los - die schlechtesten Nachtfahrer der Welt auf dem Weg nach Albenga. Irgendwie haben wir es geschafft die winzige kurvige Straße hoch nach Ligo zu fahren und nach einem Zubettgehbier auf der Terasse mit Blick auf die Hügelketten endlich ins Bett zu fallen. Die folgenden Tage verbrachten wir an den Felsen von Castellbianco und den Trails rund um Albenga. Besonders fein war die lange Abfahrt von "der roten Kirche" und die Trails mit Meerblick in San Bartolomeo. Auf Entdeckungstour haben wir uns auch einmal verrannt, mussten quer durch Olivenhaine voll Kletten und trafen aber zu Belohnung Einheimische in Full Face Helmen. So schnell bin ich defintiv noch nie Rad gefahren, ich könnt auch nicht sagen wie der Trail genau aussah - aber fein wars und ein schöner Abschluss für unsere vier letzten Tage Sommer. Kulinarisch gesehen zeigte sich Italien auch von seiner besten Seite, ob Pizza to-go aus dem schäbigsten Pizzaladen oder aber beim Agritourismo mit einer Gott sei Dank französisch sprechenden Tochter des Hauses und unerwarteten 5 Gängen (Wie? Die Nudeln waren NICHT der Hauptgang?).

 

Am Weg hoch Richtung Arbeit (FESCH Markt in Graz), stoppten wir brav in Roveretto und besuchten endlich ein Klettergebiet direkt über dem Ort. Mit Wohnwagen wollten wir da schon zwei Mal hin, haben uns aber nie die enge Straße hoch getraut. Wie erwartet, abgespeckt. Als wir uns aber an die langen Routen im Hauptteil trauten, war ich positiv überrascht. Echt feine Kletterei!

 

In Graz haben wir sogar den Trail der Lokalmatradoren getestet - den Enzi Trail in Andritz und waren zum Sightseeing mit dem Rad oben beim Uhrturm. Am Heimweg nach München machten wir noch einen kleinen Abstecher nach OÖ, fanden den "Weg zum Glück" hinten im Rindbach und kletterten acht Seillängen dem Himmel entgegen. Alles in allem ein schöner Mix, wie immer zu kurz. Heimgekommen sind wir mit dem Wunsch sofort wieder loszuziehen, sich wieder auf den Weg zu machen wie letztes Jahr. Hab und Gut dabei zu haben und immer bereit zu sein um weiter zu ziehen. Nomadentum hat schon was, auch wenn das Herz an der Heimat hängt.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0