Unterwegs zwischen Huskys und Langlauf-Loipen

Im Vorfeld zu unserem Lappland-Trip hatte ich mir ein bisschen Sorgen gemacht, dass es langweilig werden könnte: Nur 6 Stunden Tageslicht, keine richtigen Berge und kein Abenteuer an jeder Ecke. Im Nachhinein war es einer der besten Shorttrips, den wir jemals gemacht haben.


In Begleitung von vier anderen Gewinnerpaaren und ein paar Weber Grill Marketeers und Grillchefs, verbrachten wir die erste Nacht im Eishotel in der Nähe von Kittilä. Begrüßt wurden wir mit gegrillten Zimtschnecken und einer Führung durchs Hotel. So ein Blick hinter die Kulissen hat mich tatsächlich eher abgeschreckt: Die Eisblöcke für die Skulpturen müssen schon im Jahr zuvor aus dem Fluß geschnitten und den ganzen Sommer mittels Kühlaggregaten kalt gehalten werden. Der Schnee für den Bau des Hotels wird künstlich erzeugt, da "richtiger" Schnee wohl nicht so gut zusammen hält. Und dann steht man da und weiß, dass Weber pro Suite 500 € pro Nacht bezahlt, damit wir in Vaude Schlafsäcken im Eis schlafen können. Schon sehr wahnsinnig, dass Leute dafür ernsthaft Geld bezahlen.

Die Skulpturen und die einzelnen Suiten sind dann aber schon sehr beeindruckend. Jedes Zimmer hat ein eigenes Thema und wir hatten Glück und durften im Blumenzimmer und nicht unter den glühenden Augen eines Zauberers aus Game of Thrones schlafen.

Der Vorteil des Weber-Gewinns war, dass wir allerlei Touristenattraktionen abhaken konnten. Wirklich toll war die Ausfahrt mit den Huskies. Eisfischen fanden wir jetzt eher langweilig, aber Holger wurde beim anschließenden Grillen mit Rentierwurst belohnt. Abends wurde dann wieder gegrillt - dieses Mal unter Anleitung, schließlich waren wir ja mit Weber unterwegs und haben somit einen Grillkurs nördlich des Polarkreises abgeschlossen.


Teil zwei unserer Reise war der private Part. Mit Weber hatte ich organisiert, dass unser Rückflug erst drei Tage später sein würde und uns somit drei Extra Tage im Winter Wonderland beschert. Wir hatten eine kleine Hütte in Äkäslompolo gemietet, ca. 50 km vom Flughafen in Kittilä entfernt. Der Ort hat gemeinsam mit dem angrenzenden Yllas um die 1.000 Einwohner, ist einer der beliebtesten Skiorte in Finnland und übersät mit Ferienanlagen und Hüttendörfchen. Wenn man aber so wie wir Anfang Januar da ist, ist es noch sehr ruhig. Auf den Loipen war wenig los, lediglich im Dorf-Pub trafen wir dann ein paar Schweizer.

Alle Ferienghütten sind mit einem Holzofen und einer eigenen Sauna ausgestattet. Vor der Nachbarhütte fanden wir noch den typischen Stehlitten, den man zum Einkaufen nutzen kann.

Höchst motiviert hatten wir am ersten Tag Langlauf Ski ausgeborgt, mussten aber feststellen, dass klassich Langlaufen echt zu langsam ist. Holger meinte immer er habe das Gefühl nicht von der Stelle zu kommen. Deswegen holten wir uns für die beiden verbliebenen Tage Skating-Ski und hatten echt viel Spaß damit. Das Loipennetz hat mehr als 300 km und entlang der Strecken finden sich immer wieder kleine Cafes mit Berghütten-Charme. So kann man getrost eine lange Runde quer durch den Nationalpark machen, zwischendurch einkehren und aufgewärmt und gestärkt wieder weiter skaten. Die Landschaft ist der Hammer, vor allem wenn man aus dem grauen Deutschland kommt und Lust auf Winter hat. Und die Tage vergehen dann doch superschnell, weil man schon morgens auf beleuchteten Loipen loszieht, Mittags kurz Pause macht und dann um fünf von ner zweiten Runde Langlaufen heimkommt und sich erstmal mit nem Bier in die hauseigene Sauna setzt. Und das hätten wir gut auch länger als nur die paar Tage machen können.

 

Wer mal richtig ausspannen möchte, dem sei Lappland ans Herz gelegt. Nordlichter haben wir nur in der ersten Nacht "vage" gesehen, also müssen wir bald nochmal los Richtung Norden.