Das Wunder von Mals

Eigentlich ist doch alles ganz einfach: Ein Dorf entscheidet sich und wählt die Pesitizidfreiheit - Ja zu einer gesunden Umwelt,  Ja zu sauberem Trinkwasser, frischer Luft ohne die Rückstände von Pestiziden und Ja zu biologischer Landwirtschaft. Doch in Südtirol geht das Ringen um ein lokales Pesitizidverbot weiter.

Letzte Woche fand im Kino in Immenstadt eine Filmvorführung des Dokumentarfilms Das Wunder von Mals statt. Mit dabei war der Regisseur Alexander Schiebel. Da der Film noch nicht fertig gestellt ist, hat er die fehlenden Szenen kommentiert und auch Einblick in die aktuelle Situation gewährt.

 

Die Gemeinde Mals, die im Oberen Vinschgau liegt, stellt sich gegen die Verwendung von Pestiziden und weigert sich, auch auf ihrem Gemeindegebiet konventionell bewirtschaftete Apfelplantagen zuzulassen. Ein Volksentscheid im Dorf hat sich zu 76% für eine pestizidfreie Gemeinde entschieden - doch das Land Südtirol legt ihnen nun Steine in den Weg.

 

Das Vinschgau ist für uns ein besonderer Ort. Mehrmals jährlich sind wir dort mit unseren Mountainbikes unterwegs. Das erste Mal als ich dort war blüten gerade die Apfelbäume. Ich war begeistert von der Aussicht auf das Blütenmeer. Ein ganzes Tal in weiß-rosa.

 

Es dauerte einige Male bis ich irgendwann nach zu denken begann. Wobei ich eigentlich erst wirklich darüber nachdachte was in diesem Tal passierte, als wir "direkt" betroffen waren.  Wir übernachteten im Bus und frühstückten neben einem der Apfelhaine. Einer der vermeintlich süßen kleinen Traktoren kam entlang des Weges und begann seinen Sprühnebel in den Apfelreihen zu versprühen. Ein beißender Luftzug kam in Richtung unseres Frühstücksplatzes - Glyphosat und Co lässt grüßen.

 

Nachdem man dann noch den Film gesehen hat und von Einheimischen hört, dass sie das Wasser aus der Leitung nicht mehr trinken wollen, erkennt man dass hier definitiv etwas falsch läuft.

Leicht lässt sich das Thema Gentechnik und industrielle Landwirtschaft weg denken, es geschieht ja gefühlt nicht direkt bei uns und es sind immer die Anderen. Das Vinschgau sehe ich nun aber auf jeden Fall mit anderen Augen und werde beim nächsten Mal versuchen auf jeden Fall Mals zu unterstützen - wenn auch nur mit der Wirtschaftskraft die durch uns Touristen in der Region verbleibt. Denn das ist einer der Wege, das Dorf zu unterstützen.

 

Wer gerne im Vinschgau ist, sollte auf jeden Fall den Film sehen.

 

Weitere Infos gibt es hier: http://wundervonmals.com/