nEULAND ENTDECKEN - uRLAUB!

Wenn es die Zeit erlaubt, ziehen wir am liebsten mit unserem Wohnwagen für eine oder zwei Wochen los. Unsere Lieblingsziele sind hier Südfrankreich bzw. Ligurien. Wir versuchen aber immer wieder etwas Neues zu entdecken und ein bisschen Abseits der bekannten Pfade unterwegs zu sein.

Unterwegs zwischen Huskys und Langlauf-Loipen

Im Vorfeld zu unserem Lappland-Trip hatte ich mir ein bisschen Sorgen gemacht, dass es langweilig werden könnte: Nur 6 Stunden Tageslicht, keine richtigen Berge und kein Abenteuer an jeder Ecke. Im Nachhinein war es einer der besten Shorttrips, den wir jemals gemacht haben.


In Begleitung von vier anderen Gewinnerpaaren und ein paar Weber Grill Marketeers und Grillchefs, verbrachten wir die erste Nacht im Eishotel in der Nähe von Kittilä. Begrüßt wurden wir mit gegrillten Zimtschnecken und einer Führung durchs Hotel. So ein Blick hinter die Kulissen hat mich tatsächlich eher abgeschreckt: Die Eisblöcke für die Skulpturen müssen schon im Jahr zuvor aus dem Fluß geschnitten und den ganzen Sommer mittels Kühlaggregaten kalt gehalten werden. Der Schnee für den Bau des Hotels wird künstlich erzeugt, da "richtiger" Schnee wohl nicht so gut zusammen hält. Und dann steht man da und weiß, dass Weber pro Suite 500 € pro Nacht bezahlt, damit wir in Vaude Schlafsäcken im Eis schlafen können. Schon sehr wahnsinnig, dass Leute dafür ernsthaft Geld bezahlen.

Die Skulpturen und die einzelnen Suiten sind dann aber schon sehr beeindruckend. Jedes Zimmer hat ein eigenes Thema und wir hatten Glück und durften im Blumenzimmer und nicht unter den glühenden Augen eines Zauberers aus Game of Thrones schlafen.

Der Vorteil des Weber-Gewinns war, dass wir allerlei Touristenattraktionen abhaken konnten. Wirklich toll war die Ausfahrt mit den Huskies. Eisfischen fanden wir jetzt eher langweilig, aber Holger wurde beim anschließenden Grillen mit Rentierwurst belohnt. Abends wurde dann wieder gegrillt - dieses Mal unter Anleitung, schließlich waren wir ja mit Weber unterwegs und haben somit einen Grillkurs nördlich des Polarkreises abgeschlossen.


Teil zwei unserer Reise war der private Part. Mit Weber hatte ich organisiert, dass unser Rückflug erst drei Tage später sein würde und uns somit drei Extra Tage im Winter Wonderland beschert. Wir hatten eine kleine Hütte in Äkäslompolo gemietet, ca. 50 km vom Flughafen in Kittilä entfernt. Der Ort hat gemeinsam mit dem angrenzenden Yllas um die 1.000 Einwohner, ist einer der beliebtesten Skiorte in Finnland und übersät mit Ferienanlagen und Hüttendörfchen. Wenn man aber so wie wir Anfang Januar da ist, ist es noch sehr ruhig. Auf den Loipen war wenig los, lediglich im Dorf-Pub trafen wir dann ein paar Schweizer.

Alle Ferienghütten sind mit einem Holzofen und einer eigenen Sauna ausgestattet. Vor der Nachbarhütte fanden wir noch den typischen Stehlitten, den man zum Einkaufen nutzen kann.

Höchst motiviert hatten wir am ersten Tag Langlauf Ski ausgeborgt, mussten aber feststellen, dass klassich Langlaufen echt zu langsam ist. Holger meinte immer er habe das Gefühl nicht von der Stelle zu kommen. Deswegen holten wir uns für die beiden verbliebenen Tage Skating-Ski und hatten echt viel Spaß damit. Das Loipennetz hat mehr als 300 km und entlang der Strecken finden sich immer wieder kleine Cafes mit Berghütten-Charme. So kann man getrost eine lange Runde quer durch den Nationalpark machen, zwischendurch einkehren und aufgewärmt und gestärkt wieder weiter skaten. Die Landschaft ist der Hammer, vor allem wenn man aus dem grauen Deutschland kommt und Lust auf Winter hat. Und die Tage vergehen dann doch superschnell, weil man schon morgens auf beleuchteten Loipen loszieht, Mittags kurz Pause macht und dann um fünf von ner zweiten Runde Langlaufen heimkommt und sich erstmal mit nem Bier in die hauseigene Sauna setzt. Und das hätten wir gut auch länger als nur die paar Tage machen können.

 

Wer mal richtig ausspannen möchte, dem sei Lappland ans Herz gelegt. Nordlichter haben wir nur in der ersten Nacht "vage" gesehen, also müssen wir bald nochmal los Richtung Norden.

 

Spontan nach Kroatien

Dem schönen wetter hinterher

Mitte März, der Wetterbericht sagt mehr als 10°C Plus voraus. Und wir hatten 10 Tage Skifahren/ Skitouren und Powdern im Kopf geplant. Hatten Freunden Bescheid gegeben, damit die Couch frei ist. Und zur Sicherheit aber auch Räder und Klettersachen eingepackt - man weiß ja nie.

Montag morgen im Auto fuhren wir Richtung Arlberg. Um dann in Bregenz noch einmal den Lawinenlagebericht zu checken und festzustellen, dass es bis auf 2.000 Meter geregnet hatte. Kurzerhand warfen wir unseren Plan über den Haufen und fuhren zwei Tage nach Latsch zum radeln (beste Entscheidung ever!).

Ganz wollte mich der Winterurlaubsgedanke aber nicht los lassen, also gings Dienstag Abend wieder zurück über den Reschen nach Innsbruck. Um dort Mittwochs bei Regen resigniert aufzugeben - unser Tourenguide hatte definitiv nicht vor das Haus bzw. seine Couch bei Regen zu verlassen. Irgendwie hatten wir dann die Schnauze voll von diesem Winter. Kurzer Blick auf den Wetterbericht. Finale Regen, Südfrankreich Regen, selbst in Spanien - Regen. Nur dieses Kroatien, das schien verschont zu bleiben. Zack, Entscheidung getroffen. Auf nach Istrien.

 

In Istrien hatten wir dann eine schöne Woche Sommer. Klettern ohne T-Shirt, Eis Essen am Meer, Braun gebrannte Gesichter. Am einzigen Regentag hatten wir das große Glück die wohl einzigen MTB-Endurofahrer in Buzet kennenzulernen, die uns zum Shutteln mit nach Groznjan nahmen (der Ort ist übrigens auch für den Nicht-Mountainbiker sehr zu empfehlen, da es sich um eine kleine Künstlerkolonie handelt).

 

Klettergebiete gibt es zuhauf, besonders gut haben uns die Gebiete über dem Limski Kanal, Vela Draga und Buzetski Kanjon gefallen. Für Anfänger gäbe es noch Kamena Vrata, für Fortgeschrittene Kompanj. Alle Gebiete sind kaum abgespeckt und gut eingebohrt. Am Limski Kanal wurden wir vor Schlangen gewarnt und haben dann tatsächlich auch eine sehr große Schlange gesehen, Gott sei Dank nicht in der Wand, sondern im Gebüsch beim Frühstücken :) Danach konnten wir auch die "Trittgeräusche" zuordnen. Keine Ahnung wie die Schlangen das machen, aber in Zukunft hüte ich mich jedem Schrittgeräusch nachzulaufen.

Ein Muss ist die kleinste Stadt der Welt, Hum. Der Ort wurde uns von Goran empfohlen, den wir vorm Supermarkt ansprachen, da er ein Enduro Bike dabei hatte. Er nahm uns nicht nur mit nach Groznjan, sondern zeigte uns am letzten Abend noch seine Hausrunde in Buzet. 33 km und 700 hm, samt Geschichte der Region, zukünftiger Enduro Strecke und sehr viel Offenheit und Gastfreundschaft!

 

Den krönenden Abschluss des Urlaubs brachte dann noch eine schöne Berglaufrunde in Kärnten und eine MTB-Tour in der Heimat, mit Drei-Seenblick über dem Wolfgangsee. Somit wurden sowohl der Hinweg nach Kroatien, als auch der Rückweg bestens aufgeteilt und genutzt.

Rundtour Istrien

Gestartet und geendet hat unsere Tour in Buzet, einem verschlafenen Ort, der aber für "inländische" Verhältnisse viel zu bieten hat.

Falls man etwas mehr Infrastruktur braucht, geht Rovinj, am besten aber bis Rijeka fahren (dort gibt es auch einen Sportladen). Feines Abendessen am Meer gab es in Vrsar.

Klettergebiete: Kompanj und Buzetski Kanjon, Limski Kanal (unterhalb von Klostar) und Vela Draga

MTB: Groznjan und rund um Buzet (nur mit einem Local auffindbar!)


Eindrücke

La vie francaise

Gestartet hat unser Urlaub ganz spontan in Finale, um mit Freunden meinen Geburtstag zu feiern und einen Tag Radeln zu gehen. Dann hatten wir aber auch schon genug vom Trubel und reisten weiter zum Bouldern nach Annot. Die Anfahrt über die Schotterstraße war schon recht abenteuerlich, das Gebiet einsam und riesig. Die Aussicht war wie beschrieben der Wahnsinn aber die Topos liesen in der Tat etwas zu wünschen übrig.

Annot wirkt ganz verloren, der Ort war recht trostlos. Vielleicht wäre das bei Sonnenschein und 5 ° C mehr aber auch alles ganz anders. Es lies uns auf jeden Fall zur Ruhe kommen und wir streunten den ganzen Tag an der frischen Luft rum, erkletterten unsere Ostereier und flüchteten erst, als es nachmittags doch richtig zu regnen begann.

Regenbedingt  fuhren wir also weiter in die Verdonschlucht. Wenn ich den Namen nur schreibe, kribbelt es mir in den Fingern. Ich denke an die beeindruckenden Wände, das etwas beklemmende Gefühl wenn man hinunter schaut und daran, dass ich unbedingt bald mal mitten in diesen Wänden hängen möchte. Diesmal wollten wir wie auch 2014 zwar keine großen Touren klettern, erkundeten aber zwei kleine Sportklettergebiete und wanderten auf verbotenen Pfaden durch die Schlucht (definitv zu empfehlen, von La Maline nach unten und dann RECHTS halten, Achtung bei viel Regen/ Flutung Staudamm). Beim Decathlon hab ich auf der Weiterreise den passenden Führer gefunden, der nun im Regal auf den richtigen Kletterpartner für lange Abseilaktionen wartet.

Nach zwei Tagen packte uns wieder die Entdeckungslust und wir fuhren zum Radeln und Trail Laufen nach Castellane. Dort gibt es eine wunderbare Kapelle, westlich des Dorfes, die Chapelle Saint-Jean. Perfekt für einen kleinen Berglauf und wunderbare Blicke ins Tal.

Zu guter Letzt erkundeten wir noch Sisteron (Kletterfelsen mitten im Ort) und landeten am Ende in Orpierre. Tolles Kletterdorf, v.a. für Anfänger, da es megagut (fast zu gut :) ) abgesichert ist. Ich überredete Holger zu einer der hohen Mehrseillängen und wir verbrachten einen sehr windigen Tag in der Wand. Zum Radeln ist Orpierre auch zu empfehlen und mit am besten gefiel uns die Schenke im Ort für ein letztes Französisches Abendessen - moules frites und viel, viel Rotwein.

Südfrüchte und leere Straßen

Ende September haben wir uns aufgemacht gen Süden um Freunde im Ferienhaus zu besuchen. Los gings recht spät Abends und bei der Ausfahrt Brixen meinte Holger auf einmal: Wie wärs mit Bikefestival. Fast ein bisschen ruckartig riss ich das Steuer rum um die Ausfahrt zu erwischen. Zum ersten Mal haben wir im Bus geschlafen, auch wenn er nicht ausgebaut war - dank IKEA Fensterrollos fühlte es sich ganz heimelig an auf der Luftmatraze. In Brixen spazierten wir erstmal nach dem zweiten Espresso (als Ziel muss man sich mindestens fünf setzen) zu Liteville um festzustellen, dass wir kurz darauf mit ner feinen kleinen Runde zum radeln losziehen würden. So verbrachten wir den ganzen Tag mit Radfahren und ganz viel Espresso und langen Pausen mit Aussicht. Und Eis. Erst am späten Nachmittag zogen wir los - die schlechtesten Nachtfahrer der Welt auf dem Weg nach Albenga. Irgendwie haben wir es geschafft die winzige kurvige Straße hoch nach Ligo zu fahren und nach einem Zubettgehbier auf der Terasse mit Blick auf die Hügelketten endlich ins Bett zu fallen. Die folgenden Tage verbrachten wir an den Felsen von Castellbianco und den Trails rund um Albenga. Besonders fein war die lange Abfahrt von "der roten Kirche" und die Trails mit Meerblick in San Bartolomeo. Auf Entdeckungstour haben wir uns auch einmal verrannt, mussten quer durch Olivenhaine voll Kletten und trafen aber zu Belohnung Einheimische in Full Face Helmen. So schnell bin ich defintiv noch nie Rad gefahren, ich könnt auch nicht sagen wie der Trail genau aussah - aber fein wars und ein schöner Abschluss für unsere vier letzten Tage Sommer. Kulinarisch gesehen zeigte sich Italien auch von seiner besten Seite, ob Pizza to-go aus dem schäbigsten Pizzaladen oder aber beim Agritourismo mit einer Gott sei Dank französisch sprechenden Tochter des Hauses und unerwarteten 5 Gängen (Wie? Die Nudeln waren NICHT der Hauptgang?).

 

Am Weg hoch Richtung Arbeit (FESCH Markt in Graz), stoppten wir brav in Roveretto und besuchten endlich ein Klettergebiet direkt über dem Ort. Mit Wohnwagen wollten wir da schon zwei Mal hin, haben uns aber nie die enge Straße hoch getraut. Wie erwartet, abgespeckt. Als wir uns aber an die langen Routen im Hauptteil trauten, war ich positiv überrascht. Echt feine Kletterei!

 

In Graz haben wir sogar den Trail der Lokalmatradoren getestet - den Enzi Trail in Andritz und waren zum Sightseeing mit dem Rad oben beim Uhrturm. Am Heimweg nach München machten wir noch einen kleinen Abstecher nach OÖ, fanden den "Weg zum Glück" hinten im Rindbach und kletterten acht Seillängen dem Himmel entgegen. Alles in allem ein schöner Mix, wie immer zu kurz. Heimgekommen sind wir mit dem Wunsch sofort wieder loszuziehen, sich wieder auf den Weg zu machen wie letztes Jahr. Hab und Gut dabei zu haben und immer bereit zu sein um weiter zu ziehen. Nomadentum hat schon was, auch wenn das Herz an der Heimat hängt.


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Ein Blick hinter die Kulissen einer schottischen Hochzeit



Ist Schottland für uns noch Neuland? Keine Ahnung. Aber wir haben immerhin sechs Tage dort verbracht und ganz neue Landschaften erkundet. Geschuldet war der Kurztrip der Einladung unseres Adventure-Freundes Peter zu seiner Hochzeit in den Highlands. Ein Besuch ohne Räder, dafür mit unseren feinen Scarpa Bergschuhen - und wer hätt's gedacht, unsere Füße waren tatsächlich die Einzigen, die warm und trocken blieben.

 

Zwei Tage sind wir im wunderbaren Cairngorms Nationalpark den alten (erstaunlicherweise oft gut ausgebauten) Pfaden gefolgt. Ganz nach dem Motto "four seasons in a day" hatten wir hier von Schneeschauern bis hin zu Sonnenschein alles mit dabei. Für den ersten Tag hatte uns der Busfahrer empfohlen auf jeden Fall noch zum An Lochan Uaine, einem türkisen Bergsee hochzulaufen. Wir übernachteten im Cairngorm Lodge Hostel (übrigens sehr zu empfehlen) und bekamen dort den Tip, auf den Meall a' Bhuachaille hochzulaufen. Für uns hier kein richtiger Berg, sondern eher ein kleiner Hügel. Mit den schottischen Wetterverhältnissen war diese Rundtour dann aber doch anspruchsvoller als gedacht. Wir wanderten erst durch einen üppigen grünen Wald um uns dann plötzlich in einer kargen Heidelandschaft wiederzufinden. Anfangs noch im T-Shirt (es ist ja schließlich Mai!) mussten wir dann doch kapitulieren und wechselten zu Regenjacken und Hauben angesichts des Windes und der herumtreibenden Schneeflocken. Gott sei Dank immer Gaskocher und Espressokanne mit dabei, hatten wir was zu aufwärmen. Den Gipfel markierte ein Steinhaufen, voll mit vom Wind festgeeisten Schneekristallen. Kurzer Blick auf den Loch Morlich und zack wieder Richtung Tal. Am Rückweg stoppten wir kurz am An Lochan Uaine um dann einem kleinen Pfad zurück nach Glenmore zu folgen. Definitiv eine schöne Einstiegstour! Am Abend erkundeten wir noch Loch Morlich und die Pfade am Rande des Sees, vor allem bei Sonnenuntergang ein magischer Ort.

Am zweiten Tag war der Ursprungsplan auf den Ben Mac Dui zu steigen. Aber zuviel Schnee, keine Karten dabei und auch keine Eisäxte - also lieber eine Rundtour durchs Tal. So zogen Holger und ich los und umrundeten erst einmal Loch Morlich um dann auf der anderen Seite dem Tal folgend immer leicht bergan zu steigen. Nach einer Stunde wurde der breite Fahrweg zu einem schmalen Waldpfad und wir fühlten uns wie im Dschungel. Umgeben von satten Grüntönen und einem Mix aus Bäumen, Sträuchern und Moosen wanderten wir weiter, bis wir wieder eine Heidefläche erreichten. Die Weite der Ebene, die schneebedeckten Berge und die stürmische Atmoshäre versetzten uns in eine Stimmung als seien wir Expeditionsteilnehmer. Zwischendurch liefen wir durch dichtes Schneetreiben, gefolgt von Sonnenschein und dann wieder unerbittlich kaltem Wind. Ein bisschen fühlten wir uns, als ob wir auf den Kilimanjaro zuliefen (so wie man das sich halt vorstellt aus Filmen), die Heidelandschaft war karg bis auf ein paar riesige "Savannenbäume". Immer mit Blick auf den Lairig Ghru wanderten wir durchs Tal und weiter durch den Chalamain Gap hinüber zum Cairngorm Ski Center und zurück zum Hostel - grandiose Blicke und allein auf weiter Ebene.

 

Freitag Abend verbrachten wir dann in Inverness bei Freunden mit denen wir am nächsten Morgen am Loch Ness entlang spazierten und wie gehabt nach Nessie Ausschau hielten. Schön war die Sicht auf diesen riesigen See, entfernt die weißen Bergspitzen und direkt vor uns eine Woge von Gelb - dornige Büsche, deren sonnengelb uns überall ins Auge fiel.

Das Wochenende waren wir in Geanie's House vollends beschäftigt, umgeben von Kilts tanzten wir beim Ceiligh durch die Nacht. Besonders begeistert war ich von der Einteilung der Tische, wir fanden unsere Namen am "Bolsterlang" Tisch - der Ort an dem unsere gemeinsame Geschichte mit Peter begann.

Geschlafen haben wir nun endlich unten am Strand im "Bothy" - einem alten Steinhaus. Nachdem ich meine anfängliche Abneigung gegen Ungeziefer abgelegt hatte, wars dann eigentlich ganz gemütlich (auf Holgers Kommentar hin, dass es im Dschungel auch nicht besser sei, meinte ich grantig: Ich will aber sowieso nicht in den Dschungel! --> Das kostet mir bestimmt irgendwann mal eine Reise nach Südamerika :) ). Sonntag morgens gab es überraschend original Schweizer Käsefondue und den Blick auf die stürmische See.

Kalt war es - die ganze Zeit. Aber auf den Fotos lächeln alle.

 

Den Montag verbrachten wir größtenteils im Auto - positiv gesehen: Zufällig nahm uns Helen mit an die West Coast, da sie ihre Schwiegermutterin in Lochcarron besuchen wollte. Wir wanderten dann in den Hügeln hinter deren Anwesen herum und genossen die schottisch/australische Gastfreundschaft und parsnip-carrot soup. Abends waren wir dann schon zurück in Edinburgh und bekamen unser lang ersehntes Ale und Live-Musik. Den Dienstag hatten wir als City-Tag geplant, bei strömendem Regen joggten wir den Arthur's Seat hoch und fühlten uns in den Nebelschaden und Starkwind wie auf einem Drei-Tausender. Mittags erkundeten wir vor allem die Spezialitäten-Regale bei M&S bevor wir uns wieder auf den Weg ins warme Deutschland machten. Ein echt feiner Kurztrip mit ganz viel zu erzählen.

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Multisport Osterabenteuer

Torbole - Latsch - Pitztal

Was macht man an Ostern, wenn es stürmt und schneit? In den Süden fliehen. Doch auch das ist leichter gesagt als getan. Begonnen hat die Misere schon in der Woche vor Ostern, als das Sturmtief Niklas über Deutschland und besonders hier auch Südbayern hinwegzog. Ganz München und Umgebung war gebannt, die S-Bahnen und Züge wurden eingestellt und meine Kollegen und ich saßen in München fest - Homeoffice. Nach Kempten schaffte ich es gerade so mit dem Zug udn am Gründonnerstag machten wir uns dann auf den Weg. Samt Wohnwagen durchs Schneegestöber über den Fernpass - erst um Mitternacht um den Osterverkehr zu umgehen.

 

Der Freitag am Gardasee war eine Wucht - kurze Hosen Wetter. Und die ganzen Deutschen im Klettergebiet. Davon ließen wir uns aber nicht die Laune verderben und strampelten anstatt zu kraxeln mit den Mountainbikes hoch Richtung Monte Baldo. Es gibt am Gardasee zwar keine tollen Trails, dafür aber eine feine Aussicht und richtiges Sommerfeeling. Eben jenes Sommerfeeling war am nächsten Tag zwar wie weggeblasen (Klettern in Daunenjacke), aber dafür hab ich Holger ein süßes, etwas abgelegenes Klettergebiet gezeigt - das Val Lomasone. Versteckt in den Judikarien hat man erstens beim Hinfahren schon eine ganze Sightseeing-Tour und zweitens ist es auch nicht so überlaufen wie Nago oder Belvedere.

Abends gab es dann noch ein Genuss-Bier direkt am See.


Der Plan für Sonntag war noch einmal klettern zu gehen und wir suchten im Kletterführer ein Gebiet oberhalb von Rovereto aus. Als wir uns mit Sack und Pack auf den Weg machten und durch Rovereto fuhren, kam uns alles gefährlich bekannt vor. Kurz vor der Weggabelung fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Das Klettergebiet lag am gleichen Weg, den wir ein Jahr zuvor zu den 52 galerias eingeschlugen hatten - einer engen Passstraße ohne wirkliche Parkmöglichkeiten. Schnell war der Entschluss gefasst, dann doch lieber nach Latsch zum Radeln. Und wie immer hatten wir eine gute Wahl getroffen - der Rotbrunntrail ist und bleibt unser Favourite. Nach dem Radfahren blieben uns noch zwei Stunden Tageslicht und wir entdeckten den Kiefernhain in Prad. Mit den letzten Sonnenstrahlen spazierten wir durch den lichten Wald und fingen die frühlingshafte Stimmung ein.


Den letzten Abend verbrachten wir im Pitztal, unserem Lieblings-forfree-Campingplatz. Am Ostermontag schaffte Holger noch den Sturz der Saison - gott sei Dank ohne ernste Verletzungen. Wir nutzen jedes bisschen Powder, das wir finden konnten und dabei erwischte er einen Stein und überschlug sich gekonnt. Mein Schreck war größer als seiner, doch dann war die Luft raus und wir genehmigten uns lieber noch Kaffee und Strudel.


Großartig war es auch, dass wir den ganzen Osterurlaub über nie im Stau standen, auf dem Rückweg vom Pitztal waren wir auch früher dran als alle anderen und der Fernpass lag frei vor uns :)


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Hello Great Britain

Adele Bergzauber ist ja normalerweise gern in den Bergen unterwegs, aber kurz vor Weihnachten habe ich beschlossen Holger zu einem kleinen Ausflug zu entführen. Dafür haben wir die Bergschuhe gegen unser Stadtoutfit getauscht und sind nach London geflogen. Dort haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgeklappert, Ale getrunken und nebenbei waren wir noch Shoppen im Liberty's. London ist der Hammer, wir waren begeistert von all den Lichtern und Leuten. Und die nachgeahmten deutschen  Weihnachtsmärkte haben ihren ganz eigenen Charme.

 

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Der große Wohnwagen Test in den Nachbarländern

Bevor wir in unser 4-monatiges Abenteuer quer durch Europa starteten, beschlossen wir einen 10-Tages Testlauf zu machen. Wir verbanden einfach einen Designmarkt in Österreich mit dem Bikefestival am Gardasee und bauten noch ein paar "Sport-Stopps" ein. Siehe da, das Wohnwagenleben läuft.

Startpunkt Österreich

In Linz beginnts - gestartet sind wir mit einem Designmarkt in der Tabakfabrik und haben erstmal zwei Tage lang schön die Kollektion präsentiert. Danach gings nach Hause ins Salzkammergut - um mittlerweile nicht nur meine Familie sondern auch Holgers Cousin zu besuchen und die Lieblingsberge abzugrasen.

Einen Regentag haben wir dann auch in der Kletterhalle in Bad Ischl verbracht (kombiniert mit einem feinen Abendessen in der Residenz Prechtl) um dann am nächsten Tag weiter gen Süden zu reisen. Dabei haben wir eher durch Zufall  ein kleines Fleckchen Erde der Besonderen Art entdeckt: den Löckensee oberhalb des Gosausees. Wenn jemand mal dort in der Gegend ist, unbedingt mit dem Rad hoch und den Wanderweg wieder runter. Danach ginsgs weiter ins schöne Kärnten - nach Spital an der Drau für ein weiteres Familienabendessen. Nachdem wir also in Kärnten das letzte Mal verköstigt wurden, ging der Urlaub endlich los.  Gleich mal etwas turbulent, da uns unsere Route weiter über Lienz ins Pustertal und fälschlicherweise nach Cortina führte. Schön waren der Toblachersee und der Ausblick auf die drei Zinnen. In Cortina mussten wir uns aber eingestehen, dass es wohl schlau ist vor Fahrtantritt die Strecke bis zum Ziel zu planen. Viele Kurven in der Karte bedeuten Pässe. Und mehrere Pässe hintereinander sind dann doch einige zuviel. Daher blieb es bei dem Abstecher (anstatt weiter über die Pässe nach Bozen zu fahren), aber wir waren bestimmt nicht das letzte Mal in Cortina.

Dem langen Umweg getrotzt, machten wir uns wieder auf den Weg, über Bruneck, Brixen und Bozen bis nach Salorno um dort unterhalb einer Burg zu nächtigen. Gar nicht so leicht war es - schon ziemlich übermüdet, hungrig und verdrossen über die lange Fahrt - einen Schlafplatz zu finden. Doch am Ende passt ja immer alles und wir schlummerten zufrieden in den nächsten Tag.

 

Salzkammergut - Kärnten - Pustertal

Zwischenstation Italien, Trentino

Der Gardasee und Umgebung, was soll man da schon groß dazu sagen. Lustig war es, weil wir genau zum Bikefestival da waren und ganz viele bekannte Gesichter getroffen haben. Klettern am Gardasee ist ja manchmal etwas nervenraubend mit all den Touristenströmen, die ins Klettermekka pilgern. Da war das erste Mai-Wochenende natürlich keine Ausnahme. Beim Radfahren entdeckten wir allerdings dann ein wunderbar hoch über Nago gelegenes Gebiet: Segrom. Holgers erste 30 Meter Tour und pures Vergnügen für mich. 

Am Montag ging es dann morgens wieder gen Norden. Ein Freund hatte uns von der "strada del 52 galerie" erzählt, den Überbleibseln am Pasubio vom 1. Weltkrieg. je näher wir dem ziel kamen, mussten wirfeststellen, dass wir mal wieder den altbekannten Fehler gemacht hatten: die vielen Kurven auf der Karte ignoriert. Da musste unser Wohnwagen mal wieder einen Pass hinauf. Der Weg hoch zu den Galerien war uns dann leider vom guten Winter südlich des Alpenhauptkammes versperrt, es lag noch zuviel Schnee am Weg hoch zum Refugio Papa. Das muss wohl auch auf die Liste der Dinge, die man in naher Zukunft noch machen möchte. Schön war es trotzdem, viel unberührte Natur und den Hauch der Vergangenheit immer im Nacken.

 

Trento - Gardasee - Passo Pian delle Fugazzo

Heimweg über Latsch


Von Latsch sind wir hin und weg. Angekommen sind wir dort spät in der Nacht nach einem vollgepackten Tag am Pasubio, müde von unserem Wanderabenteuer. Aber das Wetter lies nicht zu wünschen übrig und so machten wir uns gleich morgens auf zur Touri-Info um nach den Trails zu fragen - denn in Latsch war man ja wohl zum Radeln. Da ich aber auch die Finger nicht von den Felsen lassen kann, wollte ich auch noch wissen wo das nächste Klettergebiet sei. Und siehe da, schon hatten wir ein Topo vom Klettergebiet auf der anderen Seite der Stadt in der Hand, 20 Minuten Fußmarsch. Sehr nett übrigens diese Südtiroler.

Geplant war also der Tag, ne kleine Runde radeln (laut Bikegeschäft 700 hm und ne nette Rundtour) und danach klettern. 

 

Aus der "kleinen" Radtour wurde ne 5-Stunden Tour, aber eine der schönsten die ich je gefahren bin. Vollgepackt mit schönen Anstiegen auf Forststraßen, Wahnsinns-Panorama, flowig-engen Waldtrails, ein paar technischen Stellen und am Ende noch ne Burg und jede Menge Spitzkehren (Holger kann Spitzkehren, Lisa naja). Wer demnächst mal in Latsch ist, unbedingt die Runde fahren!

 

Nach der ausgiebigen Radeltour erforschten wir noch kurz das Klettergebiet oberhalb von Latsch. Dort finden sich zwei Sektoren in kompaktem Gneis und allen Schwierigkeitsgraden. Da ich mich grandios verschätzte Stand es nach ner Stunde Klettern 3:1 für Holger was das Erreichen des Tops anging. Feine Routen und definitiv ein Grund zurückzukehren.


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